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Betriebskunst in der DDR - Das Beispiel Maxhütte

Unterwellenborn 1988 – ein schmutziger Industrieort im südlichen Bezirk Gera, Qualmwolken kommen aus hohen Schornsteinen, Staubschnee rieselt auf die grauen Dächer, rundum Tristesse. Hier soll Kunst zu Hause sein?

 

Dennoch konnte sich im Kulturpalast des Stahlwerksgiganten Maxhütte eine Kunstoase entfalten. Margret und Edwin Kratschmer unterhielten hier eine Betriebsgalerie. In weitgehend privater Initiative stellten sie von 1972 bis 1990 in 120 Ausstellungen Künstler aus der DDR vor. Sie präsentierten das weite und vielfältige Kunstmögliche und machten damit die Kleine Galerie für einige Künstler zeitweilig zu einer Nische der Avantgarde.

 

1987 drohte der Galerie die Schließung. Als Reaktion beschlossen die Galeristen einen republikweiten Aufruf „Max braucht Kunst!" Ergebnis dieser Aktion war die Entstehung der Kunstsammlung Maxhütte. Sie umfasst 253 Werke der Malerei und Grafik vom 1945 bis 1989 und ist eine der wenigen noch vorhandenen geschlossenen Betriebskunstsammlungen der DDR. Sie befindet sich im Stahlwerk Thüringen und gehört heute dem Freistaat Thüringen.

 

Diese Bildersammlung zeigt, wie sich Kunst im Spannungsfeld zwischen gesallschaftlicher Anpassung und Selbstbehauptung entwickelt hat. Sie ist dadurch zum Spiegelbild ihrer Entstehungszeit, den endachtziger Jahren, geworden.

 

Weitere Information über die Kunstsammlung Maxhütte und zum Buch erhalten Sie hier.